Die Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg GmbH hat einen Antrag auf Anordnung eines vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens beim Amtsgericht Aachen gestellt. Mit diesem Schritt schafft das Haus den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen, um notwendige Sanierungsmaßnahmen geordnet umzusetzen und sich angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage zukunftssicher aufzustellen.
„Wie in vielen Einrichtungen im Gesundheitswesen gehen die gestiegenen Kosten für Energie, Medizinprodukte und Personal auch an uns nicht spurlos vorbei. Hinzu kommen spezifische bundespolitische Entscheidungen, die uns vor Herausforderungen stellen: Allein durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz gehen wir am Standort Stolberg von einem zusätzlichen Minus in Millionenhöhe aus“, erklärt Tobias Holzschneider, Geschäftsführer des Bethlehem Gesundheitszentrums. Die Entscheidung für den Sanierungsweg wurde frühzeitig getroffen, um vorausschauend auf wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren.
„Eine zukunftsfähige Einrichtung betrachten wir als Teil unserer christlichen Verantwortung“, so Holzschneider weiter. „Die Löhne und Gehälter der Kolleginnen und Kollegen sind abgesichert. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten läuft während des Prozesses uneingeschränkt fort.“ Zur Sicherung des operativen Geschäftsbetriebes erhalten Lieferanten ebenfalls ab Verfahrensbeginn weiterhin pünktlich ihre Zahlungen.
„Die Sanierung bietet die Möglichkeit, die wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen grundlegend zu betrachten“, so Dr. Christian von Klitzing, Hauptgeschäftsführer der Alexianer Gruppe. „Wir werden im Verfahren sorgfältig prüfen, unter welchen Bedingungen eine tragfähige Perspektive für das Bethlehem Gesundheitszentrum entwickelt werden kann. Uns ist bewusst, dass diese Situation für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Unsicherheit verbunden ist. Deshalb werden wir offen über den Stand des Verfahrens, anstehende Entscheidungen und deren Auswirkungen informieren.“
Weitere Standorte der Alexianer Gruppe sind von diesem Verfahren nicht betroffen. Die Gruppe hält weiter an ihrer Wachstumsstrategie fest und investiert nach wie vor in ihre Einrichtungen.
Die Geschäftsführung bleibt auch im Sanierungsverfahren im Amt. Unterstützt wird sie dabei von Dr. Mark Boddenberg (GÖRG) als gerichtlich bestelltem vorläufigen Sachwalter sowie einem Team aus erfahrenen Restrukturierungsexperten rund um den Rechtsanwalt Till Forster von der Kanzlei White & Case. „Die Eigenverwaltung ermöglicht es der Geschäftsführung, die notwendigen Sanierungsschritte im laufenden Betrieb umzusetzen, wobei insbesondere die Ordnung der Leistungsbereiche und des Personalaufwands zentrale Rollen spielen. Wir schaffen damit die notwendige Stabilität, um die Versorgung in Stolberg bedarfsgerecht aufzustellen“, so Forster.
„Das Haus hat eine regionale Bedeutung. Unser Ziel ist es, das Medizinkonzept an die Bedürfnisse vor Ort anzupassen und zeitgleich wirtschaftlich tragfähig aufzustellen“, betont abschließend der Geschäftsführer Tobias Holzschneider. „Die Sicherung der wohnortnahen Versorgung ist dabei Teil der Identität des Hauses.“
Geschäftsführer Tobias Holzschneider und Rechtsanwalt Till Forster als Generalhandlungsbevollmächtigter führen die Sanierung in Eigenverwaltung durch.